Speisewagen und Cabriolet

Der erste Gelenkwagen mit zweiteiligem Wagenkasten, der aus den vierachsigen Triebwagen Be 4/4 1416-1430, den «Karpfen-Wagen», abgeleitet wurde, blieb ein Einzelgänger, der seine letzten aktiven Jahre als Einsatzwagen genoss. Zu diesem Zweck erhielt der Be 6/6 1802 ein grosses Linientransparent. Im Jahr 1993, als die dritte Generation Tram 2000 abgeliefert war, wurde der Triebwagen entbehrlich, und so baute man ihn zum «Gastro-Tram» um. Dabei wurde die Inneneinrichtung komplett geändert mit Tischchen und einer vom Fahrgastraum abgetrennten Küche.

Der Be 6/6 1802 verkehrte jahrelang zusammen mit dem B 786 bis zu seinem Umbau. Das Bild oben zeigt den Tramzug, als er am 2. Juli 1988 noch planmässig auf der Linie 9 eingesetzt war.

Der erste Einsatz als Gastrotram erfolgte in den Jahren 1993-1994 als «Sushi-Tram», in welchem japanische Spezialitäten angeboten wurden. Da es damals noch nicht an jeder Ecke eine Sushi-Bar gab, war das "Sushi-Tram" ein Erfolg. Passend dazu wurde der 1992 aus dem Anhänger B 731 umgebaute Cabriolet-Anhänger B 1971 dekoriert:


1995 entstand aus dem Japan-Tram das «Chuchichäschtli», das mit Bildern eines Westschweizer Malers dekoriert war. Für diejenigen, die mit dem seltsam tönenenden Namen nichts anfangen können, sei hier verraten, dass ein "Chuchichäschtli" ein "Küchenkasten" ist - ein Mundartwort, das immer als markantes Beispiel für die "Ch"-Laute herangezogen wird.


Die Verblechung des Trams wurde versteigert, als ein neues Outfit anstand. Die Bilder von Jean-Pierre Corpataux ("Corpatoo") dürften also heute noch vorhanden sein.

Ein mehrjähriger wiederkehrender Einsatz war als «Caliente-Tram», als selbst der Cabriolet-Anhänger auf tropisch getrimmt wurde:


Während der Tutenchamun-Ausstellung 2007/2008 verkehrte parallel dazu das Tutenchamun-Tram, das sich auch grosser Beliebtheit erfreute:


Ausserhalb der Sondereinsätze verkehrt das Speisewagentram in einem schlichten gelb-weissen Anstrich:


Leider wurde der originelle Cabriolet-Anhänger B 1971 in den letzten Jahren kaum mehr eingesetzt, so dass er aktuell kaum ohne Aufwand fahrbar gemacht werden kann.

Im Dezember 2015 erreichte uns die traurige Nachricht, dass der Be 6/6 1802 ausgeschlachtet und entsorgt wurde. Offenbar standen umfangreiche Arbeiten an, für die kein Geld vorhanden war. Der erste schweizerische Gelenktramwagen ist somit unwiederbringlich weg.

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