Be 4/4 1392 + B 732


Die «mittelschweren» Be 4/4 waren während Jahrzehnten das typische Tramfahrzeug in Zürich und bis zur Ablieferung der «Mirages» die Paradepferde. Die gesamte Flotte umfasste nicht weniger als 65 Motorwagen, die in mehreren Unterserien gebaut wurden und daher auch einige technische Unterschiede hatten.

Während von den 20 Wagen mit Aussenlagerdrehgestellen (Be 4/4 1350 - 1370) einige Schneepflüge und das Cargo-Tram überlebt haben, ist von den übrigen Fahrzeugen wenig übrig geblieben. Die Unterserie Be 4/4 1371 - 1375 mit etwas stärkeren Motoren und BBC-Drehgestellen ist ganz ausgestorben, dafür haben aber aus den Serien 1376-1395 und 1396-1415 mehrere Wagen überlebt.

Während der Be 4/4 1379 in einem Pariser Museum einem sehr ungewissen Schicksal entgegenschaut, geniesst der Be 4/4 1392 eine gesicherte Zukunft als Museumswagen der VBZ. Der Be 4/4 1408 wurde ja von der Aktion Pro Sächsitram übernommen und bildet nun ein umfassenderes Revisionsprojekt. Fernab in Nordkorea verbringen weitere Fahrzeuge ihren Lebensabend mit gelegentlichen Fahrten zu einem Mausoleum.

Der Be 4/4 1392 wurde sehr konsequent in den Ursprungszustand zurückversetzt. Es wurde der Kondukteursitz eingebaut, und obwohl es einer der letzten Wagen war, der noch ganz blau lackiert abgeliefert wurde, gab man ihm diesen speziellen Anstrich zurück. Der 1950 gebaute Wagen dürfte kaum mehr als fünf Jahre in diesem Anstrich unterwegs gewesen sein.

Passend dazu restaurierte die VBZ im Jahr 1997 den Anhänger B 732, welcher ebenfalls mit Kondukteursitz ausgestattet ist.

Die Bezeichnung «mittelschwer» kommt davon, dass der Be 4/4 mit seinen 18.5 t Leergewicht zwischen den «Elefanten» (26.8 t) und den Pedaler-Leichtmotorwagen (ca. 15 t) lag. Sehr ähnliche Fahrzeuge wurden auch nach Bern geliefert, während auch in Basel und Genf solche «Standardwagen» mit einigen technischen Abweichungen verkehrten.

Das untenstehende Bild zeigt den Wagen 1392 noch im Linienbetrieb im Jahr 1995, also kurz vor seiner Restaurierung. Interessanterweise war er schon damals mit dem Anhänger B 732 unterwegs. Die wüsten Drehgestellverschalungen, die der Lärmdämmung dienten, wurden zum Glück entfernt.



(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken