Gründe für die Erhaltung des Be 4/4 1408

Es gibt viele Gründe, die für die Erhaltung des Be 4/4 1408 als Museums- und "Multifunktions"-Fahrzeug sprechen.

Historische Sicht:

  • Die leichten und mittelschweren Be 4/4 gelten generell als Retter der Trambetriebe. Der personalintensive Einsatz der alten Zweiachserfahrzeuge, der neu eingeführte Trolleybus und die einsetzende Motorisierung stellten den Weiterbetrieb der Strassenbahnen nach dem 2. Weltkrieg stark in Frage, so dass neue Fahrzeugkonzepte dringend notwendig wurden.
  • Mit den vollständig in selbsttragender Stahlbauweise gebauten Vierachsern entwickelte die damalige schweizerische Bahnindustrie ein wegweisendes Konzept, das europa- und weltweit grosse Beachtung fand. In der Schweiz wurden die Vierachser sogar «standardisiert».
  • In Zürich verkehrten insgesamt 52 "leichte" und 65 "mittelschwere" Be 4/4 und zahlreichen Untervarianten. Von den 117 Motorwagen haben bloss zwei eine gesicherte Zukunft als museales Fahrzeug - der Be 4/4 1408 soll das dritte werden
  • Während der gut sechzig Jahre dauernden Einsatzzeit der leichten und mittelschweren Be 4/4 erfuhren die Triebwagen einige Änderungen. Während die Museumsfahrzeuge Be 4/4 1530 und 1392 in den Ablieferungszustand zurückversetzt wurden, soll der Be 4/4 1408 die letzte Einsatzepoche repräsentieren.
  • Die Sammlung an historischen Fahrzeugen mit Holzwagenkasten ist in Zürich sehr gross, derweil die Epoche 1930 - 1960 untervertreten ist. Der Grund liegt darin, dass die 50- bis 70-jährigen Fahrzeuge momentan noch nicht gleich antik wirken. In wenigen Jahren, wenn nur noch niederlflurige Gliederzüge fahren, wird auch ein Vierachser der Fünfzigerjahre als echter Oldtimer wahrgenommen. Für dessen Erhalt ist aber jetzt zu sorgen.


Technische Gründe:

  • Der Be 4/4 1408 verfügt über einen stabilen Stahlwagenkasten und automatische Türen mit Einklemmschutz. Damit entspricht er den heutigen technischen Anforderungen. Ein langer uneingeschränkter Einsatz ist damit garantiert.
  • Das Einsatzkonzept sieht vielfältige Möglichkeiten vor, so dass der Be 4/4 1408 mit allen vierachsigen und zweiachsigen Anhängern eingesetzt werden kann. Die VBZ hat derzeit kein Fahrzeug, das diesen universellen Einsatz erlaubt.
  • Es ist problemlos möglich, den Wagen 1408 mit einer Zugsicherung nachzurüsten, damit er ohne Einschränkung auf der Glattalbahnlinie 10 zum Flughafen eingesetzt werden könnte. Ausser dem Gastrotram Be 6/6 1802 ist kein Oldtimer dazu fähig.


Aus betriebelicher Sicht:

  • Die häufigste Gruppengrösse einer Extrafahrt liegt bei rund 30 Personen. Der Be 4/4 1408 ist mit den rund 38 Sitzplätzen das ideale Fahrzeug, kann einmännig bedient werden und erfordert keine Begleitperson.
  • Mit dem Be 4/4 1408 steht ein passendes Zugfahrzeug für den Cabriolet-Anhänger B 1971 zur Verfügung, der in den letzten Jahren kaum mehr vermietet werden konnte, da nur das mit Küche ausgerüstete Gastro-Gelenktram passte.
  • Bei einigen Nostalgiefahrten ist die Kapazität eines Zweiachserzugs zu klein und die offenen Türen stellen ein betriebliches Risiko dar. In diesen Fällen ist der mittelschwere Be 4/4 mit dem FFA-Anhänger oder dem Anhänger B 732 die ideale Zugskomposition.
  • Der Be 4/4 1408 erbringt als Solofahrzeug als auch mit Anhängewagen die gleiche Performance wie ein modernes Tram. Daher stellt er kein betriebliches Hindernis dar.
  • Das Einsatzkonzept sieht vor, dass der Be 4/4 nicht nur für öffentliche Oldtimerfahrten, sondern auch für gemietete Extrafahrten verwendet werden kann. Er ist auch für längere Events geeignet, so dass nicht das Partytram dafür blockiert werden muss.
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